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Das Wunder blieb aus - Deutsche Helfer aus Haiti zurück
FRANKFURT/DUISBURG Sie hatten in den Trümmern von Haiti vergeblich um ein Wunder gekämpft: 31 deutsche Katastrophen- Helfer sind am Samstag von ihrem Rettungseinsatz im Erdbebengebiet zurückgekehrt. Die Rettungsspezialisten verschiedener Feuerwehren und Hilfsorganisationen hatten mit Hunden und Sonden nach Verschütteten gesucht.
Die Helfer landeten am Morgen mit einer Linienmaschine aus der Dominikanischen Republik auf dem Frankfurter Flughafen. Dort begrüßten Familien und Kollegen die übermüdeten und sichtlich erschöpften Helfer mit Applaus und schlossen sie in die Arme.
"Endzeitstimmung"
„Wir konnten aber leider keine Überlebenden mehr orten“, sagte Einsatzleiterin Daniela Lesmeister, die den erschütternden Einsatz nach der Ankunft gefasst bilanzierte. Die Geschichte einer wundersamen Rettung haben die Helfer nicht mit nach Hause gebracht. Sie konnten Angehörigen allenfalls traurige Gewissheit verschaffen.
Doch neben der vergeblichen Suche in den Trümmern behandelten die Helfer unter dem Schutz von bewaffneten UN-Soldaten etwa 700 Verletzte. „Wir mussten viele Amputationen vornehmen, um Leben zu retten“, sagte der medizinische Leiter des Teams, Thomas Laackmann. Einer der Helfer, noch bei der Ankunft in Frankfurt in seiner roten Einsatzkleidung, beschrieb die Lage vor Ort mit dem Wort „Endzeitstimmung“. Wie zum Trost kamen im Feldlazarett aber auch zwei gesunde Babys zur Welt.
Rückkehr in Ferienflugmaschine
Der Einsatz war von der deutschen Sektion der Hilfsorganisation I.S.A.R. ausgegangen, die auf Suche und Rettung Verschütteter spezialisiert ist. Die Mehrzahl der Helfer kam aus Nordrhein- Westfalen, einige aus Thüringen und Hessen.
Bei der Rückreise brauchten sie allein 15 Stunden über Land von Haiti bis zum Flughafen in Punta Cana. Eine Ferienfluglinie hatte in einer Urlaubermaschine eigens Reihen für die Retter und ihre vier Spürhunde freigemacht.
"Ein Einsatz, wie wir ihn noch nie hatten"
Auch für die erfahrene Hundeführerin Astrid Becker war die Haiti- Hilfe „ein Einsatz, wie wir ihn noch nie hatten“. Dabei waren die I.S.A.R.-Spezialisten schon nach dem Tsunami und anderen Erdbeben ausgerückt. Sie hätten in völlig zerstörten Orten viele Tote gefunden, sagte die 42 Jahre alte ehrenamtliche Helferin, die nach dem Wochenende wieder an ihren Schreibtisch in einer Weiterbildungseinrichtung in Frankfurt sitzen wird.
Die Rückkehr des Such- und Rettungsteams kennzeichnet nach Angaben von I.S.A.R. eine neue Phase in der Hilfe für Haiti. Die eilige Suche nach Verschütteten wird von langfristiger Unterstützung abgelöst. „Das Verteilen der Hilfsgüter kommt in Gang“, berichtete Team- Leiterin Lesmeister. Schon am Montag ist der Frankfurter Flughafen erneut Drehscheibe für die angelaufene Haiti-Hilfe: Dann wird das Technische Hilfswerk hier eine Lufthansa-Maschine mit 75 Tonnen Ausrüstung beladen und losschicken.
Quelle: dpa am 23. Januar 2010 13:38 Uhr
Bilder: I.S.A.R.




