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Montag, 19. November 2018

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Münsterer Feuerwehr zieht Bilanz

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr in Münster werden in diesem Jahr vor allem von Flächenbränden wegen der Trockenheit und vom Sturm Fabienne gefordert.

MÜNSTER - Regelmäßige Übungen und Schulungen gehören zu den Pflichtaufgaben einer Freiwilligen Feuerwehr. „Das muss so sein, um für den Ernstfall, also den Einsatz, jederzeit vorbereitet und gerüstet zu sein“, erklärt Florian Kisling. Er ist Gemeinde-Brandinspektor in Münster und achtet darauf, dass die aktiven Feuerwehrleute ihr Schulungsprogramm erfüllen.

Etwa 60 Stunden im Jahr kommen da schon zusammen. Die Münsterer Feuerwehr, die seit 1872 besteht, sieht sich gut aufgestellt. Die Einsatzabteilung zählt 76 Einsatzkräfte. Darunter sind auch vier Frauen, die ebenso das normale Übungsprogramm absolvieren müssen. Für die weiblichen Einsatzkräfte wurden vor etwa zehn Jahren in einem Anbau beim Feuerwehrhaus eigene Sanitär- und Umkleideräume eingerichtet.

Das Feuerwehrhaus befindet sich in der Nachbarschaft zur Kulturhalle und des vorgelagerten Festplatzes der Gemeinde, der nach der österreichischen Partnerstadt Abtenau benannt ist. Der Platz kann so auch für die Übungen genutzt werden.

„Heute wird die Menschenrettung geübt“, sagte Florian Kisling und deutete in Richtung Schlauchturm, wo gerade ein Mann an der Leiter einen anderen langsam nach unten bugsierte, Sprosse für Sprosse und gesichert von Kameraden. Auch die Rettung über eine mit Seilen und Leitern gesicherten Trage wurde aus einer Luke des Feuerwehrhauses heraus geübt.

Es kann nämlich bei realen Einsätzen schon mal vorkommen, dass Personen so aus einem brennenden und verqualmten Haus geholt werden müssen, die nicht mehr auf eigenen Beinen stehen können. Alle Abläufe für eine Rettungsaktion müssen immer wieder trainiert werden, damit sie auch unter Einsatzstress automatisch ablaufen können. Und das koordiniert in Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehrleuten.

„Gemeinsame Übungen sind ebenso unverzichtbar“, so Gemeinde-Brandinspektor Florian Kisling. Er führt die hohe Zahl an aktiven Feuerwehrleuten in Münster auch auf die Tatsache zurück, dass seit Jahren die Feuerwehr in Altheim sich mit einer 14 Mann großen Löschgruppe der Münsterer Wehr angeschlossen hat. „Wir üben so auch immer gemeinsam“, sagt Kisling, der die Feuerwehr von der Gemeinde gut unterstützt sieht.

Neuer Gerätewagen und ein Löschfahrzeug

Im nächsten Jahr wird ein neues Löschfahrzeug angeschafft. In diesem Jahr übergab Bürgermeister Gerald Frank der Wehr bereits einen neuen Gerätewagen für die Logistik.

Im vergangenen Jahr hatte die Feuerwehr 122 Einsatz. In diesem Jahr könnten es mehr werden, denn die Feuerwehr hatte vor allem gegen Ende September, als „Fabienne“ übers Land raste, mehrere Tage hintereinander Dauereinsatz.

Die Gemeinde war besonders hart von den Sturmböen getroffen worden. An der Ortsdurchfahrt wurde sogar das Dach eines Hauses total abgedeckt, so dass die Frankfurter Straße gesperrt werden musste. Auch aus vielen anderen Straßen und Wohngebieten war in Serie nach der Feuerwehr gerufen worden, weil es zu Schäden gekommen war, darunter zum Beispiel auch an der Kennedyschule. Und die Wochen zuvor hatte die Wehr es wegen der anhaltenden Trockenheit immer wieder mit Flächenbränden zu tun, unter anderem am Bahndamm.

Hinter der Einsatzabteilung steht der von Josef Haus geleitete Verein der Feuerwehr, dem rund 650 Einwohner angehören. Da versteht man auch zu feiern, wie das jüngste Oktoberfest bewies. Es wird bereits seit mehr als drei Jahrzehnten ausgerichtet.

Am 27. Oktober wird die Einsatzabteilung zu einer Jahres- Abschlussübung ausrücken. Und anschließend folgt ein Kameradschaftsabend. „Kameradschaft ist bei einer Freiwilligen Feuerwehr traditionell Programm“, betont Kisling.

Bericht + Bilder: Darmstädter Echo vom 17.10.2018 (Michael Prasch)

 

Mi. 17.10.2018 07:42 Uhr Alter: 33 Tage