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Traditionell viel Frauenpower
Münster ‐ Frauenpower ist willkommen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Münster, und das nicht erst seit heute: Bereits über ein Vierteljahrhundert lang sind einige Feuerwehrfrauen vor Ort im aktiven Einsatz. „Von Jasmin Frank

© Frank
Manche Frauen sind schon seit einem Vierteljahrhundert Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Dank der neuen Räumlichkeiten können sich die Brandschützerinnen nun über mehr Komfort freuen.
Damals empfand das vielleicht noch manch einer als eigenartig, wenn ich als Frau eines unserer großen Einsatzfahrzeuge gefahren bin, da haben schon manchmal ein paar Leute erstaunt geschaut, aber heute ist das völlig unkompliziert“, erzählt Anja Sauerwein, die schon damals mit dabei war. Zu den Frauen aus der ersten Riege gehört auch Lioba Groh, die schmunzelt: „Viele Männer unserer Einsatzabteilung kennen es ja gar nicht anders, weil sie noch nicht so lange dabei sind wie wir.“ Doch auch die jüngeren unter den sieben Frauen, die gemeinsam mit 60 Männern Brände löschen und technische Hilfe leisten, fühlen sich in der Gruppe richtig wohl. Vor allem seit Anfang des Jahres. Denn seitdem gibt es ein Novum: Separate Umkleideräume und Duschen für die beiden Geschlechter. „Probleme hatten wir vorher auch nicht, denn den Feuerwehranzug zieht man bei den Einsätzen ohnehin rasch über die normale Tageskleidung drüber. Bei Übungen hat man mehr Zeit, da kann man sich aufteilen und das haben wir auch beim Duschen so gehalten“, meint Nadine Ring, die auch Ausbilderin bei der Jugendfeuerwehr ist, bei der es ebenso wie bei den ganz jungen Bambini weiblichen Nachwuchs gibt.
Flachdach gegen Satteldach getauscht
Geduscht wurde also bislang nacheinander, doch galt dabei nicht das Motto „Ladies first“, sondern es ging in der Reihenfolge der größten Verschmutzung unter die Brause. So positiv die Geschlechtertrennung in den Sanitärräumen ist, wird dies doch alleine kein Anreiz für weitere Frauen sein, sich den Brandschützern anzuschließen. „Vielleicht verringert es aber die Hemmschwelle von Frauen, wenn sie wissen, dass hier in Münster etwas für sie getan wird. Ich selbst bin zur Feuerwehr gegangen, weil ich anderen helfen wollte und weil ich einfach gerne mit anpacke und körperlich aktiv bin“, so Anja Sauerwein. Nadine Ring fügt hinzu: „Es werden auch keine großen technischen Kenntnisse verlangt und auch keine enorme Körperkraft erwartet, wir sind ja ein Team und arbeiten zusammen.“
Außerdem freuen sich die Brandschützerinnen über weitere weibliche Unterstützung: Frauen, die einfach mal hereinschnuppern wollen, sind stets willkommen.


