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Donnerstag, 12. Dezember 2019

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Waldbrand in Münster-Breitefeld stellt Feuerwehren vor große logistische Herausforderungen

Ein Waldbrand auf dem ehemaligen Muna-Gelände (Munitionsanstalt) in Münster beschäftigte ab dem 30.06.2019 zahlreiche Feuerwehren in Südhessen. Auf einer Fläche von ca. 8 Hektar waren Bodenbewuchs und Bäume großflächig in Brand geraten. Eine weithin sichtbare Rauchsäule stand über dem Gelände.

Um 13:13 Uhr wurden die Feuerwehren Münster und Eppertshausen zu dem Brand informiert und alarmiert. Sehr schnell war klar, dass die Dimension des Feuers einen enorm hohen Kräfteansatz erfordern würde. In schneller Reihenfolge wurden daher Feuerwehren aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Bergstraße, Odenwald, Groß-Gerau und der Stadt Darmstadt zum Einsatzort alarmiert.

Als vorsorgliche Maßnahme wurde die Bevölkerung aufgerufen Fenster und Türen geschlossen zu halten. Hierzu wurde die WarnApp KATWARN aktiviert, die Informationen zum Geschehen bereitstellte.

Neben umfangreichen Löschmaßnahmen wurde vordringlich eine Wasserversorgung aufgebaut. Aus dem Hydrantennetz, offenen Gewässern und Pendelverkehr mit Fahrzeugen der Feuerwehr, von Landwirten mit Vakuumfässern und von Privatunternehmen mit Tanklastwagen erfolgte die Wasserzufuhr. Zahlreiche Faltbehälter die um das Brandareal platziert waren, dienten als Wasserpuffer. Erschwert wurden die Löschmaßnahmen durch die besondere ehemalige Nutzung des Geländes als Munitionsanstalt. Während der Löscharbeiten ereigneten sich im Inneren des Brandbereiches wiederholte kleine Explosionen von Kampfmittelresten.

Im weiteren Einsatzverlauf kamen Sonderfahrzeuge der Werkfeuerwehr Merck, der Werkfeuerwehren Evonik und Infraser Frankfurt-Höchst (AirCore-Systeme, sog. Lösch-Unterstützungsfahrzeuge) und ein Flugfeldlöschfahrzeug der Fraport-Werkfeuerwehr Flughafen Frankfurt/Main zur Einsatzstelle.

Tagsüber waren am 30.06.2019 ca. 325 Einsatzkräfte in die Löschmaßnahmen eingebunden. Nach einsetzenden Löscherfolgen konnte der Kräfteansatz in der Nacht verringert werden. Drei Löschzüge mit 70 Einsatzkräften führten die Einsatzmaßnahmen in den Nachtstunden fort. Ein erster Personaltausch wurde gegen 18 Uhr vorgenommen. Um 7 Uhr am 01.07. folgte dann ein weiterer Wechsel, um 14 Uhr erfolgt der nächste, danach wird im 8-Stunden-Modus weitergetauscht. Die körperlichen Belastungen der Einsatzkräfte wurden durch tropischen Temperaturen von 39 Grad noch drastisch verschärft.

Update 02.07.2019, 15:00 Uhr:

Durch den Einsatz des Löschunterstützungs-Fahrzeugs der Werkfeuerwehr Evonik konnte eine signifikante Beschleunigung der Löschmaßnahmen erreicht werden. Das „Air-Core-System“ erreicht auf Grund seiner Bauart und Wendigkeit Bereiche, die wir mit unserer herkömmlichen Löschtechnik nicht erreichen können. Somit konnten auch weiter entfernte Bereiche effektiv abgelöscht werden. Um die Einsatzmaßnahmen weiter zu beschleunigen, konnte ein zweites LUF zur Einsatzstelle beordert werden. Diese Komponente stellte uns die Werkfeuerwehr Infraserv Frankfurt zur Verfügung. Das Personal für die beiden Systeme stellten die jeweiligen Werkfeuerwehren.

Aktuell befinden sich zwei Löschzüge und einige Sonderkomponenten mit 85 Einsatzkräften an der Brandstelle. Die vorausschauende Personalplanung reicht im Moment bis zum 03.07.19 um 6 Uhr.

Weiterhin wurden regelmäßige Kontrollflüge mit Polizeihubschraubern (Wärmebildkamera und Foto-Dokumentation) durchgeführt, auch eine Drohne der IuK-Gruppe aus dem Landkreis Gr.-Gerau liefert Bilder und Thermobilder der Einsatzstelle.

Besonders bedanken möchten wir uns bei der Bevölkerung, die uns mit zahlreichen Getränke- und Lebensmittelspenden unterstützte. Lobend zu erwähnen ist auch das Engagement der in Münster-Breitefeld ansässigen Gewerbebetriebe. Ein riesengroßes Dankeschön geht auch an alle Einsatzkräfte. Jeder von Euch hat mit seiner Arbeit, teils unter schwierigsten Bedingungen, zum Erfolg und glücklichen Ausgang dieses Brandes beigetragen. Euer Teamwork und die reibungslose Zusammenarbeit aller Einheiten untereinander haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

Update 03.07.2019, 10:00 Uhr:

Die Löschmaßnahmen bis zum Mittwochmorgen zeigten den gewünschten Erfolg, sodass der Brand als gelöscht bezeichnet werden kann.

Es sind weiterhin ca. 40 Kräfte zu Nachlöscharbeiten vor Ort.

Die Dauer der Nachlösch- und Aufräumarbeiten ist unbestimmt.  

Uptdate 03.07.2019, 20:30 Uhr

Um 15 Uhr am Mittwoch, 03.07.19 konnte von der Einsatzleitung "Feuer aus" an die Leitstelle Darmstadt-Dieburg gemeldet werden. Die überörtlichen Kräfte wurden zuvor schon nach und nach aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst und konnten die Heimreise antreten. Die Einsatzstelle wurde an die Freiwillige Feuerwehr Münster übergeben. Es finden weitere Kontroll- und Beobachtungsfahrten statt die noch einige Tage fortgeführt werden.   

Eingesetzte Kräfte:

  • Freiwillige Feuerwehren Münster, Eppertshausen, Erzhausen, Dieburg, Gr.-Umstadt, Gr.-Zimmern, Gr.-Bieberau, Pfungstadt, Mühltal, Griesheim, Roßdorf, Reinheim, Babenhausen, Schaafheim, Messel, Seeheim, Weiterstadt, Fischbachtal, Alsbach-Hähnlein, Höchst, Lorsch, Rodgau, Rödermark, Mühlheim, Gr.-Gerau, Nauheim, Riedstadt, Büttelborn, Biebesheim, Otzberg, Gernsheim und Darmstadt.
  • Brandschutz-Aufsichtsdienst LK DA-DI, LK Offenbach, RP Darmstadt, Land Hessen
  • Werkfeuerwehren Merck Darmstadt, Fraport Flughafen Frankfurt, Evonik Darmstadt und Infraserv Frankfurt/Höchst
  • THW Gr.-Umstadt, Ober-Ramstadt, Michelstadt und Pfungstadt.
  • 2 Rettungswagen
  • Betreuungszug JUH Dieburg
  • DRK Ortsverbände Pfungstadt, Mühltal, Groß-Zimmern, Georgenhausen-Zeilhard, Dieburg und Groß-Umstadt
  • Organisatorischer Leiter Rettungsdienst
  • Kampfmittelräumdienst
  • Hessen Forst, Bundes Forst
  • Bürgermeister Frank
  • Landrat Schellhaas
  • Polizei Dieburg
  • ELW2 Landkreis DA-DI
  • Pressegruppe Feuerwehr DA-DI

 

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Mo. 01.07.2019 23:18 Uhr Alter: 163 Tage