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Dienstag, 18. Juni 2019

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Zulauf bei den Jugendfeuerwehren

Darmstadt-Dieburg - Die von der Kreisjugendfeuerwehr vor sechs Jahren gestartete Kampagne "Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr" war rundum ein voller Erfolg. Nicht nur, dass die Aktion bundesweite Beachtung und Nachahmer fand, wie Kreisjugendfeuerwart Manuel Feick berichtet konnte darüber hinaus der kontinuierliche Rücklauf der Mitgliederzahlen bei den 69 Jugendfeuerwehren im Landkreis gestoppt werden. Landrat Klaus Peter Schellhaas begrüßt in diesem Zusammenhang, dass vor allem viele Mädchen den Weg zum Feuerwehrnachwuchs fanden. Aktuell haben die Jugendfeuerwehren 1148 Mitglieder, davon 238 Mädchen und damit 19 mehr als im Vorjahr. "Somit gewinnt die saloppe Bezeichnung Blauröcke für Feuerwehrleute eine ganz neue Bedeutung", sagt Manuel Feick zum vermehrten weiblichen Zulauf.

Der Kreisjugendfeuerwehrwart hat angesichts der rückläufigen Mitgliederzahlen im Jahr 2004 die Zukunftsschmiede initiiert und mit Seminaren, Info-Material, Präsentationen und vielen Projekten eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Dazu gehörte auch eine zukunftsgerechte Analyse der eigenen Strukturen mit dem Ziel, ein Umdenken einzuleiten und die örtliche Jugendarbeit zeitgemäßer zu gestalten. Nicht zuletzt galt das Werben - neben den Mädchen - auch ausländischen Jugendlichen. Immerhin haben derzeit 45 Jugendliche eine andere Nationalität als deutsch.

"Alle Ziele wurden erreicht", bilanziert Manuel Feick den Jahresbericht 2009 der Kreisjugendfeuerwehr. Der Mädchenanteil ist so hoch wie zuletzt vor sechs Jahren, insgesamt sind so viele Jugendliche wie vor sieben Jahren eingetreten. Positiver Nebeneffekt dabei ist, dass mehr als hundert Jugendliche an die Einsatzabteilungen weitergeleitet werden konnten. "Damit ist die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis ein gutes Stück gewährleistet", sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas zu der mustergültigen Entwicklung. Besonders erfreulich sei, dass die Steigerung schwerpunktmäßig bei den kleineren Ortsteilfeuerwehren stattgefunden habe. In Groß-Umstadt-Raibach konnte sogar eine Jugendfeuerwehr reaktiviert werden. Auch dies sei ein wichtiges Mosaiksteinchen zur Zukunftssicherung des ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschutzes gerade auch im ländlichen Raum.

Doch die Kreisjugendfeuerwehr wird sich nun keinesfalls genüsslich zurücklehnen. Die Kampagne "Zukunftsschmiede" wird in diesem Jahr fortgesetzt. Noch stärker im Blickpunkt sind dabei "mit einer noch nie dagewesenen Offensive", so Feick, die Mädchen. Außerdem wird ein Musterleitfaden zur täglichen Feuerwehrarbeit entworfen und ein Feuerwehrturnier der besonderen Art, die ersten Darmstadt-Dieburg Fire Games, organisiert. "Wir wollen das in der Vergangenheit brandheiße Thema Nachwuchssorgen bei der Jugendfeuerwehr endgültig löschen", so Manuel Feick.

Di. 02.02.2010 20:57 Uhr Alter: 9 Jahre