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Sonntag, 20. Januar 2019

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Zur Übung durch die Hölle

Feuerwehrleute aus dem Kreis trainieren in einem Spezialfahrzeug am Feuerwehrstützpunkt Dieburg

„Die meisten Brände werden ja viel zu schnell gelöscht“, frotzelt Ralph Stühling, der mit einem robust sarkastischen Humor ausgestattete Kreisbrandinspektor. Was er damit sagen will: Viele ehrenamtliche Kräfte der Einsatzabteilungen haben kaum Gelegenheit, unter realistischen Bedingungen den Ernstfall zu trainieren.

Da kommt der „Fire Dragon“ ins Spiel, eine mobile Brandübungsanlage der Lübecker Firma Dräger in Gestalt eines lang gestreckten Sattelschlepper-Aufliegers, der derzeit durchs Land Hessen tourt. Das Ausbildungskonzept entwickelte der Hersteller in Zusammenarbeit mit der Hessischen Landesfeuerwehrschule und dem Regierungspräsidium Gießen. Das Land Hessen hat das Spezialfahrzeug von März bis Dezember angemietet – und lässt es an 33 Standorten vorfahren.
Der Auflieger ist innen und außen schwarz wie die Nacht – außer wenn es brennt. Insgesamt sind im Fahrzeug acht Brandstellen angelegt, auch die Simulation einer Rauchdurchzündung – des gefürchteten „Flashovers“ – ist möglich. Alle Übungen werden theoretisch vorbereitet, nach dem Training erfolgt eine Nachbereitung.
Der Feuerwehrstützpunkt in Dieburg wurde als zentraler Standort mit der entsprechenden Logistik gewählt. So ganz zentral empfinden die Feuerwehrleute aus Weiterstadt den Standort Dieburg allerdings nicht. Denn sie müssen durch Darmstadt.
Aber zu realistischen Einsatzbedingungen gehört auch der Berufsverkehr. Da haben es die Kollegen aus Babenhausen schon etwas leichter, denn um diese Tageszeit fahren sie sozusagen gegen den Verkehrsstrom. Zwei von ihnen dürfen gerade ein sogenanntes Bett löschen.
Ob die Feuerwehrleute aus Weiterstadt oder Babenhausen zur Übung in der Hölle kommen, ist egal – irgendwie sind alle gleich erleichtert, wenn sie wieder draußen sind.

Quelle: Echo-Online

 

Fr. 23.11.2012 17:37 Uhr Alter: 6 Jahre